• Z.Schmidt
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  • Schönwetterkunst
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  • 2014
 
   
 

Begründung der Jury: "Die raum- und situationsbezogene Arbeit „Schönwetterkunst“ der 1979 geborenen Künstlerin Z. Schmidt ist Skulptur, Bild und Film zugleich. Die Jury hat überzeugt, dass hier mit äußerst akribischer und umfangreicher Vorbereitung, aber nur minimalst sichtbaren Eingriffen, eine höchst präzise und sinnliche Arbeit entstanden ist. Es ist das älteste Kino der Welt, den Gang der Gestirne, ihre Lichterscheinungen und Brechungen wahrzunehmen. Die Freilegung des Fensters in der Weserburg in Form eines weißen Bildes und der Einsatz von zwei sehr kleinen Oberflächenspiegeln lässt den umgelenkten Sonneneinfall mit seinen vielfachen Formen und Bewegungen an Decke und Wänden wandern – zu bestimmten Tageszeiten an eben diesem geographischen Platz. Durch die tägliche Positionsveränderung der Erde verändern sich die Lichtzeichnungen ganz langsam während der Ausstellung. Die Arbeit der Künstlerin fasst viele Momente ihres bisherigen Schaffens in dieser einen Raumarbeit. Nicht zuletzt dieser auf den Punkt gebrachte Eingriff in das Raum- und Zeitgeschehen ist von großer Überzeugungskraft. Die feine Ironie, diese Installation gerade in Bremen mit seinen vielen Wolkentagen, einzurichten – und damit die Arbeit häufig unsichtbar zu machen – spiegelt sich in dem wunderbaren Titel Schönwetterkunst wider. Kunst, die nur an schönen Tagen zu sehen ist, der wir uns nur mit Geduld und wiederholten Besuchen nähern dürfen, als Gegengift zu unserer visuell überladenen Alltagswelt: Ältestes und zugleich schönstes Kino der Welt."